Das Ölziehen - Kur und Entgiftung?

Über viele Lebensmittel nimmt unser Körper toxische Substanzen auf, die unser Immunsystem anregen. Dadurch hilft sich ein gesunder Organismus, um eine begrenzte Menge an Giften neutralisieren zu können. Steigt die Giftbelastung jedoch dauerhaft im Körper an, ist mit der Zeit das Immunsystem überfordert und der Mensch wird krank. Wie lange dies beim Einzelnen dauert, hängt von seiner Gesamtkonstitution ab. Deswegen sollten wir unseren Körper bei seiner Entgiftungsfunktion bestmöglich unterstützen.

 

Frühjahrsputz für den Körper

Nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch in unserem Alltag sollte die regelmäßige „innere Reinigung des Körpers“ eine wichtige Rolle spielen. So unterstützen wir fortwährend unseren gesundheitlichen Zustand und beugen manchmal Schlimmerem vor.

Diese „Reinigung des Körpers“, oder auch „Entgiftung“ genannt, kann durch verschiedenste Techniken erreicht werden:

– regelmäßiges Fasten

– abwechselndes Fasten mithilfe von Frucht- und Gemüsesäften

– das Essen von ausschließlich rohem Obst und Gemüse für eine gewisse Zeit

– eine Entschlackungskur, die auf den Verzehr von tierischen sowie schleimhaltigen Nahrungsmitteln verzichtet

– parallele Unterstützung von Leber, Nieren und Darm während des Fastens

– ausreichendes Trinken der richtigen Flüssigkeit (Trink- oder Quellwasser) während des Fastens

– bestimmte frische Kräuter, pflanzliche Fasern fördern die Reinigung des Dickdarms

– Darmreinigungen

– Einläufe

– Saunagänge bzw. Aufenthalt in Räumlichkeiten, die das Schwitzen anregen

– Entsäuerung durch Basenbäder

 

Ölziehen – eine weitere Entgiftungsform

Was auf der Liste noch fehlt, ist das sogenannte „Ölziehen“, auf das wir nachfolgend hinweisen wollen. Diese Methode stärkt nicht nur die Zähne, das Zahnfleisch und den Kiefer, sondern es dient auch der Vorbeugung von Zahnfäulnis, schlechtem Atem, Mundtrockenheit und rissigen Lippen. Die dabei auftretende stark entgiftende Wirkung ist nicht zu unterschätzen.

 

Durch zwei wissenschaftliche Studien wurde belegt: Ölziehen hilft bei manchen im Mund vorkommenden Bakterienarten wie z.B. den Streptococcus mutans, ein bakterieller Keim, der für die Entstehung von Zahnkaries verantwortlich ist, effektiv. Dieser wurde als Messfaktor für die Untersuchungen herangezogen.Alle Probanden spülten in einem gewissen Zeitraum täglich 10 Minuten ihren Mund mit Sesamöl. Als Ergebnis wurde eine erheblich gesenkte Bakterienanzahl bei allen Versuchspersonen festgestellt. Somit wird unser Organismus durch eine regelmäßige Anwendung über die entgiftende und antibakterielle Wirkung des Ölziehens Stück um Stück entlastet.

 

Der Hintergrund

Ursache für viele chronische Erkrankungen und Beschwerden sind häufig Keim- und Entzündungsherde, die sich bevorzugt an den Zahnwurzeln festsetzen. Da unsere Zähne mit ihren Wurzeln bis in die Kieferknochen und deren Hohlräume hineinreichen, werden diese vom körpereigenen Abwehrsystem nur schlecht erreicht. In der Folge können Mikroben, die über die Zahnhälse in diese Hohlräume gelangen, in diesem feuchten, warmen und schlecht durchbluteten Milieu die idealen Bedingungen vorfinden, um sich festzusetzen. Dadurch entstehen sogenannte „Zahnherde“, die unseren Körper mit ihren Stoffwechselprodukten schädigen können.

 

Ist unser Immunsystem geschwächt, so werden die Herde größer und auf Dauer belastender. Größere Herde sind über Röntgenaufnahmen zu erkennen und schädigen nicht nur die angrenzenden Zähne, sondern belasten unseren Stoffwechsel und das Immunsystem. Weiterhin entsteht auch noch eine Fernwirkung auf alle inneren Organe, wodurch jeder Zahnherd ein speziell diesem Zahn zugeordnetes inneres Organ belasten kann. Solche Herde zu erkennen und zu sanieren spielt in der Naturheilkunde, sowie bei unserem Wohlbefinden, eine große Rolle.

 

Das Ölziehen hilft daher generell bei Immunschwächesyndromen, bei längerfristigen körperlichen und psychischen Schwächezuständen und bei den Erkrankungen, die daraus hervorgehen können.

 

Der Ablauf des Ölziehens

 

Phase 1:

Beginnen Sie morgens umgehend nach dem Aufstehen, spätestens vor dem Frühstück damit. Am besten auf nüchternem Magen, wenn noch nichts getrunken wurde. Nehmen Sie einen Esslöffel biologisches, kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl in den Mund, das zu Beginn etwas dickflüssiger und klar ist. Kinder sollten erst ab dem 6. Lebensjahr damit beginnen, jedoch ist hier ein Teelöffel Öl ausreichend.

 

Sofern Sie ein künstliches Gebiss tragen, sollten Sie dieses vor der Anwendung herausnehmen.

 

Phase 2:

Wenn Sie erstmalig damit beginnen, versuchen Sie das Öl für ein paar Minuten im Mund hin und her zu spülen, indem Sie es in Bewegung halten. Dies kann auch schlürfend oder durch Ihre Zähne saugend erfolgen. Für kurze Zeit sollten Sie ab und zu auch kauende Phasen einlegen. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit sollten Sie täglich zwischen 10 und 15 Minuten das Ölziehen durchführen. Vermeiden Sie es, währenddessen Ihren Kopf zum Gurgeln in den Nacken zu legen, damit Sie nicht Gefahr laufen, etwas von der Flüssigkeit zu verschlucken.

 

Hinweis: Bitte das im Mund befindliche Öl nicht schlucken, da es mit Bakterien, Toxinen und Schadstoffen aus Schleimhäuten und Geweben angereichert ist!

 

Falls Sie eine leichte Art von Muskelkrampf aufgrund der Übersäuerung Ihrer Wangen- und Kiefermuskeln verspüren, führen Sie bitte das Spülen entspannter und unverkrampfter – mit weniger Ehrgeiz – durch.

 

Phase 3:

Zum Ende der Anwendung wird die Öl-Speichel-Mischung durch die intensive Bewegung in Ihrem Mund und beigemischtem Speichel immer dünnflüssiger und (milchig) trüber. Dies ist ein gutes Zeichen, dass die Kur funktioniert. Besitzt das ausgespuckte Öl jedoch noch eine gelbe Farbe, dann ist dies ein Hinweis darauf, dass der Vorgang nicht lange genug durchgeführt wurde. Entweder auf den Kompost oder notfalls in die Toilette kann das verbrauchte Öl ausgespuckt werden. Falls Sie der verbleibende Geschmack des Öls stört, dann spülen Sie anschließend Ihren Mund mehrmals mit warmem Wasser aus.

 

Die Wirkung

Die Bewegung des Öls im Mundraum bewirkt eine deutliche Schleimhaut- und Gewebedurchblutung. Vitamine und Mineralstoffe des verwendeten Öls werden von den Schleimhäuten aufgenommen, während es gleichzeitig Keime an den Zahnhälsen und dem Zahnfleisch aufnimmt, um sie aus dem Körper entfernt. So stellt das Ölziehen das Gleichgewicht in der Mikroflora wieder her, wodurch sich Zellen, Gewebe und Organe regenerieren können.

 

Hinweis: Es gibt keine Vorschrift über die zeitliche Dauer der Kur. Daher kann diese so lange ausgeführt werden, wie man Lust hat, oder sich der gewünschte Erfolg einstellt. Um deren Wirkung zu beschleunigen, kann der Vorgang auch dreimal täglich durchgeführt werden, jedoch bitte immer vor dem Essen, mit leerem Magen.

 

Nach dem morgendlichen Erwachen während einer Ölziehkur darf keine Müdigkeit vorherrschen oder Tränensäckchen unter den Augen zu sehen sein. Ein gesunder Hunger und ein guter Schlaf sollten sich mit der Zeit einstellen.

Gut bewährt haben sich 4 bis 6 Wochen im Frühjahr und im Herbst.

 

Nebenwirkungen?

Zu Beginn der Ölziehkur kann sich eine scheinbare, allgemeine Verschlechterung bemerkbar machen, häufig bei Patienten, die an mehreren Krankheiten zugleich leiden. Diese vorübergehende Akutisierung eines chronischen oder versteckten Krankheitsgeschehens stellt jedoch keinen Grund zur Besorgnis dar und sollte auf keinen Fall dazu führen, die Ölkur zu unterbrechen bzw. abzubrechen.

 

Ölziehen bindet Schadstoffe aus der Mundschleimhaut im Öl.

 

Die Ölziehkur ist nicht nur wirkungsvoll im Entgiften des Mundraums, sondern auch einfach zu handhaben und mit wenig Kosten verbunden. Auch hält sich der tägliche Zeitaufwand in Grenzen, was Ihnen Ihr Wohlbefinden schon wert sein sollte. Da die Emulsion sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Giftstoffe aufnehmen kann, ist das Ölziehen sehr effektiv.

 

Optimalerweise verwenden Sie dazu kaltgepresstes Sesam- oder Sonnenblumenöl in Bio-Qualität, denn andere Öle zeigten nachweislich eine weniger stark entgiftende Wirkung. Ist das Öl durch den konventionellen Anbau bereits mit Pestiziden belastet, wird es für die Entgiftung des Körpers unbrauchbar sein.

 

Hochwertiges Sonnenblumenöl sollten Sie jedoch nicht nur für die Ölziehkur verwenden, sondern prinzipiell beim Zubereiten von Speisen.

– Sonnenblumenkerne enthalten: Vitamin B, D, E, K, Kalzium, Phosphor, Silizium, Magnesium und Fluor sowie Spurenelemente, Lecithin und Carotinoide.

– Sonnenblumenkerne enthalten mit 27% bis 30%, basierend auf Ihrem Gesamtgewicht mehr Öl im Vergleich zur ebenfalls sehr gesunden Sojabohne (19% Öl).

– Sonnenblumenkerne spenden mehr Vitamin D als Lebertran und mehr B-Vitamine als Weizenkeime.

– Sonnenblumenkerne sind reich an biologisch hochwertigem Eiweiß, reichhaltiger als die meisten Fleischsorten, Eier und Käse.

– Sonnenblumenöl wird aus den Samen gepresst, es ähnelt dem Olivenöl oder dem Mandelöl.

Wer häufig Obst und Gemüse isst oder flüssig in Form von Shakes oder Smoothies zu sich nimmt, wird es sehr schnell bemerken, dass sich die Zähne durch das regelmäßige Ölziehen nicht so schnell verfärben. Prinzipiell ist es gut, nach Einnahme von säurehaltigen Lebensmitteln den Mund mit klarem Wasser auszuspülen

 

Zum Abschluss möchte ich nicht versäumen, zwei sinnvolle ergänzende Reinigungsmaßnahmen mit anzuführen, die eine Ölkur abrunden: die Zahnfleischmassage und die Zungenreinigung. Ihr ganzheitlicher Zahnarzt kann Ihnen sicherlich detailliert darüber Auskunft geben.

Quellenangabe:

Das Ölziehen von Dieter Schmitt www.lichtstrahl-magazin.de