Eine Rose ist eine Rose eine Rose?

Ich habe Sie lange Zeit betreut, im Garten, habe ihr Wasser gegeben, wenn mal längere Durststrecken waren, habe die Blätter abgezwickt, die Rost oder Pilzbefall hatten.

 Aber braucht die Rose das wirklich für ihr Leben als Rose?

 Nein! Sie ist einfach in ihrer Schönheit. Im Laufe ihres Lebens durchlebt sie im einfachen Sein sämtliche Zyklen der Natur.


Im Winter schaut ein kahler Holzstumpf aus der tief gefrorenen Erde hervor. Der Frost glitzert an dem Stumpf und man kann es kaum glauben, dass die Rose noch lebt. Wenn die Tage wieder länger werden und wärmer, platzen wie aus dem Nichts überall zarte grüne Knospen hervor, aus denen sich schnell ein üppiges Blattwerk mit vielen Verzweigungen bildet. In dieser langen Zeit steht die Pflanze auf ein und der selben Stelle, Wind und Wetter ausgesetzt und wartet und lebt geduldig ihrem Lebenssinn entgegen. Die ersten Blütenknospen erscheinen dann im Mai und bis sie im späten Oktober zum letzten Mal blüht, hat sie einiges erlebt und durchlebt. Sie steht noch immer an der selben Stelle. Ruhig, strahlend, wohlriechend. Sie hat den Sommer über alles was sie zu geben hat gezeigt und im Einklang mit der Natur und den Tieren, Insekten, Menschen sich geöffnet. Die äußeren Blütenblätter sind leicht lädiert, von Insekten angeknabbert, und trotzdem hat sie sich geöffnet, ihr Blütenherz gezeigt. Sie steht aufrecht, man sieht ihr die Vergangenheit an, es ist an ihrem Laub und den leuchtend roten Blütenblättern die nun schon langsam verblassen, abzulesen. Sie schenkt alleine durch ihren Duft und ihre Anmut Appetit aufs Leben.  Sie steht in vollem Vertrauen, das zu jeder Zeit alles vorhanden sein wird, was sie braucht im Leben.

 

Sie ist perfekt in dem was sie ist - eine Rose - sie ist "einfach" da und hat vielen mit ihrer Anwesenheit gedient und Freude geschenkt. Uns allen als Beispiel für wahres Sein gegeben, eigebettet in den Zyklus von allem was ist.